Was hat die UN mit CSR zu tun und warum ist das wichtig?

Vor einigen Tagen habe ich in einem anderem Artikel auf die weltweit geführte Diskussion zum Thema Regulierung von CSR hingewiesen, vor dem Hintergrund, dass die indische Regierung gesetzliche Regelungen zum nachhaltigen wirtschaften eingeführt hat.
Neben der in vielen Ländern politisch geführten Diskussion inwiefern CSR und Unternehmensverantwortung gesetzgeberisch gelenkt, gefördert und gefordert werden kann gibt es auch auf höchster supranationaler Ebene intensive Bestrebungen einen Rahmen für die soziale Verantwortung von Unternehmen zu finden.
Besondern beachtenswert ist dabei die Arbeit des UN-Sonderbeauftragten für Menschenrechte und multinationale Unternehmen, John Ruggie.
Dieser hatte bereits 2008 ein Konzept mit dem Namen „Protect, Respect and Remedy“ vorgelegt, welches der UN-Menschenrechtsrat auch absegnete und Ruggie damit den Auftrag erteilte diese Skizze in eine operationalisierbaren Rahmen zu bringen. Einige Jahre zuvor verliefen hier bereits andere Bestrebungen im Sande, weil insbesondere Unternehmen und Regierungsvertreter sich nicht auf eine gemeinsame Sprachregelung einigen konnten, die genau regelt wer salopp gesprochen eigentlich überhaupt für irgendwas die Verantwortung tragen kann und soll (Draft Norms, 2003).
Umso wichtiger, dass Ruggie inzwischen mit seinem Auftrag deutlich weiter gekommen ist und er vor einigen Tage seinen finalen Entwurf vorgelegt hat für die „Guiding Principles“ zur Stärkung der unternehmerischen Verantwortung für Menschenrechte.
Basis des Konzeptes sind die 3 Säulen:
Protect: Der Staat hat die Aufgabe seine Bürger vor Menschenrechtsverletzungen durch nicht- staatliche Akteure zu schützen.
Respect: Es ist die Pflicht der Unternehmen, die Menschenrechte zu einzuhalten und die Einhaltung durch Implementierung entsprechender Managmenttools zu überwachen und dauerhaft zu gewährleisten.
Remedy: Opfer von Menschenrechtsverletzung müssen besseren Zugang zu Beschwerde – und Ahndungsmechanismen bekommen, damit etwaige Menschenrechtsverletzungen durch Unternehmen beendet und bestraft werden können.
Für CSR-Verantworltiche ist die Aktivität der UN von höchster Relevanz. Mit der Vorlage des finalen Entwurfes ist damit die UN kurz davor für den Bereich soziale Verantwortung ein Framework vorzuglegen, dass in den nächsten Jahren die CSR-Arbeit und die Diskussion erheblich beeinflussen wird.
Deshalb empfiehlt sich auch ein genauer Blick in das Dokument, was unter folgendem Link abrufbar ist: Klick.
Ruggie hat mit dem Entwurf einen wichtigen Schritt getan, den es ist im gelungen die Verantwortlichkeiten und Ansprüche auf einfache aber sinnvolle und klare Weise zu trennen bzw. zu definieren.
Für Unternehmen enthält der Entwurf einige sehr wichtige Informatione. So hält es der Sonderbeauftragte nicht nur für die Pflicht der Unternehmen die Menschenrechte zu akzeptieren, sondern formuliert auch ganz klar den Anspruch, dass Unternehmen diese Pflichterfüllung in strategischer Weise verfolgen und mit klaren Managementlösungen umsetzen UND dies auch offen und transparent kommunizieren.
Dies beinhaltet die Aufforderung zu einem fortlaufenden „Due Dilligence“ -Prozess bei dem Gefahren, Probleme und Herausforderungen analysiert und beobachtet werden sollen. Die Betonung liegt dabei auf der Anforderung dies fortlaufend zu tun und auch fortlaufend zu kommunizieren. Es genügt hier nicht mehr nach Belieben stichtagsbezogen zu agieren. Für das Management und die Kommunikation liefert dies eine Reihe von Herausforderungen, schafft aber den entscheidenden Schritt, um vor allem die CSR-Kommunikation an die Realität heranzuführen.
Kein Unternehmen ist statisch und es muss die Aufgabe von CSR-Kommunikation sein, das Unternehmen als das abzubilden, was es ist – ein „lebendes“ Gebilde, dass kontinuierlich interagiert, sich verändert und neuen Herausforderungen gegenübersteht und diese auch mit strategischen und operativen Mittels konsequent, verlässlich und transparent begegnet. Dazu gehört ebenso, dass die Verantwortung eines Unternehmens nicht an der eigenen Eingangspforte endet, sondern auch auf Partner und das weitere Lebensumfeld der Mitarbeiter usw. bezieht.
Der finale Draft steht noch bis Ende Januar zu Diskussion. Von grundlegenden Änderungen ist hier aber nicht auszugehen. Für das CSR-Management ist damit ein wichtiger Schritt hin zu internationaler Vereinheitlichung und Standardisierung getan und die Arbeit der UN hier sollte von allen CSR-Professionals genau im Auge behalten werden



4. Januar 2011 



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