Siemens: Nachhaltigkeit ist Wettbewerbsvorteil

Gastbeitrag  von Barbara Kux, Mitglied des Siemens-Vorstands und dort zuständig für die Themen Nachhaltigkeit und Einkauf -

Es gibt Stimmen die behaupten, Nachhaltigkeit sei eine Mode, die kommt und geht. Ich aber bin überzeugt: Nachhaltigkeit ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Denn je nachhaltiger das Unternehmen, desto attraktiver ist es für Anleger, Kunden Bewerber und Mitarbeiter. Unternehmen, die konsequent Kurs auf Nachhaltigkeit halten, sind nachweislich erfolgreicher.

Für Anleger wird Nachhaltigkeit ein immer wichtigeres Kriterium bei ihrer Entscheidung, wo sie investieren. Es gibt bereits heute viele grüne Investoren, die bei Siemens engagiert sind. Neben Nachhaltigkeitsfonds fragen aber auch zunehmend Pensionsfonds sowie institutionelle Anleger nach unseren Umweltdaten. Im Dialog mit Ihnen allen spielt Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Wir wissen: Je stärker bei Siemens der Umsatz mit grünen Produkten wächst, desto besser die Möglichkeit in weitere Nachhaltigkeitsfonds aufgenommen zu werden. Ein weiteres Kriterium für Investoren ist das Abschneiden der Unternehmen in Nachhaltigkeitsvergleichen. Je höher ein Unternehmen zum Beispiel in Indizes von Carbon Disclosure Projekt oder Dow Jones Sustainability Index bewertet sind, desto interessanter ist der Titel auch für manche Investoren. Nur um eine Größenordnung zu nennen: Das Carbon Disclosure Projekt unterstützen mehr als 500 institutionelle Anleger mit insgesamt 64 Billionen US-Dollar Anlagevermögen.

Auch Kunden setzen längst auf Nachhaltigkeit. Die größte Attraktivität haben grüne Produkte für den Kunden natürlich dann, wenn sich Ihre Anschaffung betriebswirtschaftlich lohnt. Beispiel Energieerzeugung: Durch den Einsatz von sechs unserer verbrauchsarmen Gasturbinen spart ein Energieversorger in Florida über den Lebenszyklus rund eine Milliarde US-Dollar. Beispiel Elektromotoren. Hier macht der Kaufpreis weniger als drei Prozent der gesamten Kosten aus – den Rest der Aufwendungen verursacht fast allein der Energieverbrauch. Neueste Siemens-Motoren kommen mit bis zu 45 Prozent weniger Strom aus. Das Potenzial für Umweltschutz und Kostensenkung ist also sehr groß, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass auf elektrische Antriebe in Industrie und Gewerbe 40 Prozent des gesamten deutschen Strombedarfs entfallen. Das sind unschlagbare Argumente für Investitionen in nachhaltige Produkte.

DEUTSCHE WIRTSCHAFT FÜHREND IN UMWELTTECHNOLOGIE

Nachhaltigkeit verändert schon längst fundamental die Wirtschaft, denn Umwelttechnologie wird die Leitindustrie des 21. Jahrhunderts. Dabei ist die deutsche Wirtschaft Weltspitze. Bereits heute setzen deutsche Firmen mit grünen Technologien weltweit mehr als eine Billion Euro um – in zehn Jahren könnte es bereits dreimal so viel sein. Bei Siemens steht grüne Technologie mit 28 Milliarden Euro Umsatz bereits für mehr als ein Drittel des gesamten Konzern-Umsatzes – bis 2014 sollen es mehr als 40 Milliarden Euro sein.

Ein solches Wachstum geht nicht ohne exzellente Mitarbeiter. Nachhaltige Unternehmen sind dabei im Wettbewerb um die besten Köpfe klar im Vorteil. Unternehmen werden nachweislich attraktiver als Arbeitgeber wahrgenommen, wenn sie besonders nachhaltig arbeiten. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist das ein ganz wichtiges Moment. Schon heute arbeitet jeder dritte Mitarbeiter bei Siemens auf dem schnell wachsenden Feld der Umwelttechnologien. Siemens Wind Power startete beispielsweise vor sechs Jahren mit einem einzigen Mitarbeiter – heute sind dort 7000 Menschen beschäftigt.

Nachhaltigkeit ist also alles andere als eine Modeerscheinung. Nachhaltigkeit ist in der Mitte von Wirtschaft und Gesellschaft angekommen – und beeinflusst die Entscheidungen von Investoren, Kunden und Mitarbeitern. Und Nachhaltigkeit macht erfolgreich: Untersuchungen von SAM belegen klar die mittelfristige Korrelation zwischen Nachhaltigkeit und der Höhe der Börsenbewertung von Unternehmen.

Über die Autorin

Mitglied des Vorstands der Siemens AG
Leitung Supply Chain Management und Chief Sustainability Officer

Geboren am 26. Februar 1954 in Zürich, Schweiz
Ausbildung
Gymnasium, Matura in Zürich
AFS Scholarship, USA
INSEAD Fontainebleau, MBA with Distinction

Beruflicher Werdegang
1978
Nestlé Deutschland Tochtergesellschaft, Marketing Manager
1984
McKinsey & Company Inc., Düsseldorf
- Management Consultant
- Engagement Manager
1989
Asea Brown Boveri AG, Zürich
- Vice President Osteuropa
- President ABB Power Ventures
1993
Nestlé S.A., Vevey, Schweiz
- Vice President Zentral- und Osteuropa
- President Nestlé Holding Poland
1995
Aufnahme im Kreis der Global Leader of Tomorrow durch das
World Economic Forum in Davos
1999
Ford Motor Company, Wien und Köln
- Executive Director Central European Sales Operations
- Executive Director Ford of Europe mit Verantwortung für operationelle
Synergien
2003
Royal Philips Electronics N.V, Amsterdam, Niederlande
- Mitglied des Group Management Committee und Chief Procurement
Officer
- seit 2005 zusätzlich verantwortlich für Sustainability und
umweltfreundliche Geschäfte
2008
Siemens AG, München
- Mitglied des Vorstands der Siemens AG
- Leitung Supply Chain Management und Chief Sustainability Officer

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Über Gastautor

An dieser Stelle kommen regelmäßig nationale und internationale Experten, Wissenschaftler, Berater, NGO- und Unternehmensvertreter zu aktuellen Themen aus den Bereichen CSR, Nachhaltigkeit und Charity zu Wort.

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