Faber-Castell: Stärke zeigen für die Schwachen
Gastautorin Jutta Kautny ist Leitende Redakteurin beim Journal International Verlag in München und Autorin des Charity-Nachrichtenmagazins HelpTheWorld-NOW. In
dieser Funktion berichtet sie über Themen aus dem Bereich Corporate Social Responsibility.
Die Schreibgeräte von Faber-Castell werden hauptsächlich in Lateinamerika und Asien produziert. Wer dabei an Ausbeutung denkt, liegt völlig falsch. Ganz im Gegenteil – das soziale Engagement des fränkischen Adels-Unternehmens geht weit über das normale Maß hinaus.
“Für angemessene Arbeitsbedingungen all meiner Beschäftigten weltweit zu sorgen, ist für mich als Vertreter der sozialen Marktwirtschaft eine Verpflichtung – und als Mensch ist dies für mich eine Selbstverständlichkeit”, so Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell, der das nach seiner Dynastie benannte Unternehmen in der achten Generation leitet.
Was er selbstverständlich nennt, ist international bei Weitem nicht die Regel: hygienische und humane Arbeitsbedingungen, Zahlung angemessener Löhne, Gleichbehandlung der Mitarbeiter, ungeachtet der Rasse, der Religion, des Geschlechts und der Nationalität, sowie die Einhaltung des Verbots von Kinderarbeit. Dies gilt für alle Standorte von Faber-Castell. Dafür hat der gelernte Jurist bereits vor neun Jahren zusammen mit der IG-Metall eine Sozialcharta unterzeichnet und sich verpflichtet, Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen zu gewährleisten, wie sie von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) empfohlen werden. Dass es nicht nur bei der Unterzeichnung blieb, bestätigt auch die Verleihung des Deutschen Fairness Preises 2007 an Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell. Die Auszeichnung würdigt seinen ausgeprägten Sinn für Fairness, für soziale, ethische und ökologische Werte, für wirtschaftlichen Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung.
Gelebte Familientradition
Als eines der ältesten Industrieunternehmen der Welt, gegründet 1761, hat Faber-Castell seit jeher besonderes soziales Engagement bewiesen. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gründete der damalige Unternehmensleiter Lothar von Faber eine der ersten Betriebskrankenkassen sowie einen der ersten Kindergärten in Deutschland. Für seine Mitarbeiter ließ er Werkswohnungen bauen und Schulen errichten. Was damals mit einer Vielzahl an Sozialleistungen begann, erstreckt sich heute unter anderem auch auf Förderungs- und Fortbildungsprogramme, die gerade in Ländern wie Brasilien eher zur Ausnahme gehören. Unter dem Namen “Quality of life” werden kostenlose Lernprogramme durchgeführt, die von Alphabetisierungs- über Sprach- und EDV-Kurse bis hin zur Universitätsvorbereitung reichen. Auch um eine sinnvolle Freizeitgestaltung kümmert sich das Unternehmen im Faber-Castell-Club Brasilien und bietet verschiedene Aktivitäten wie Bastelkurse oder Musikunterricht an.
Internationale Hilfsprojekte
Heute fühlt man sich bei Faber-Castell nicht nur den eigenen Mitarbeitern verpflichtet, sondern hat das soziale Engagement erheblich erweitert. So stehen seit vielen Jahren im Mittelpunkt der sozialen Aktivitäten Projekte, die gemeinnützige Organisationen, Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten und andere Hilfsinitiativen unterstützen.
Beispielsweise wurde in Deutschland im Jahre 2001 die “Graf von Faber-Castell Kinderfonds Stiftung” ins Leben gerufen. Sie soll mit internationalen Hilfsprojekten benachteiligte Kinder in ihrer Entwicklung fördern. Aber auch an Unternehmensstandorten außerhalb Deutschlands engagieren sich Faber-Castell-Beschäftigte in sozialen Bereichen. In Brasilien zum Beispiel helfen Mitarbeiter freiwillig in Beratungsstellen für Drogenabhängige, in Tagesstätten und in Krankenhäusern.
Für mehr Lebensqualität
Wer den Menschen zu einem besseren Leben verhelfen will, kommt nicht umhin, sich auch um ihren Lebensraum zu kümmern. Deswegen ist es für ein nachhaltig orientiertes Unternehmen wie Faber-Castell keine Frage, sich auch in Sachen Ökologie zu engagieren.
Dabei geht es nicht nur um die Umsetzung und Einhaltung höchster ökologischer Ansprüche im Fertigungsprozess – das ist selbstverständlich -, sondern auch um Wiederaufforstung und Biodiversität. Bereits seit Mitte der 1980er-Jahre betreibt Faber-Castell ein 10.000 Hektar großes Forstprojekt in Brasilien. Diese Wälder werden jedoch nicht nur zur Holzgewinnung genutzt. Rund ein Viertel davon ist naturbelassene Waldfläche, die vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bietet. Und das ist nur ein Beispiel von vielen.
Weitere Informationen: Faber-Castell: Stärke zeigen für die Schwachen



8. Juli 2009 



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