Profitieren nur reiche Länder von Nachhaltigkeit?

Spannende Diskussionen im Vorfeld der Weltnachhaltigkeitskonferenz „Rio+20” im Jahr 2012. Im Zentrum der Konferenz soll unter anderem das Thema “Nachhaltige Wirtschaft” stehen. Bereits jetzt deuten sich in diesem Zusammenhang keineswegs harmonische Verhandlungen an.

Im Zentrum der Kontroverse stehen Fragen: Wer profitiert eigentlich von nachhaltiger Wirtschaft? Was heißt überhaupt Nachhaltigkeit in diesem Zusammenhang? Nutzen die Industriestaaten das Thema um Schwellen- und Entwicklungsländer zu behindern, indem Verpflichtungen und Barrieren aufgebaut werden, die diese nur schwer nehmen können?

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat in seinem im Dezember bereits veröffentlichten Bericht viele dieser heißen Themen aufgegriffen, aber auch gleichzeitg klar gemacht, das er weder eine Alternative zu mehr nachhaltiger Enwicklung, auch zum Wohle der Entwicklungs-, und Schwellenländer sieht. Der Bericht, der im März bei einem weiteren Vorbereitungstreffen des Rio-Komitees diskutiert werden wird, können Sie hier abrufen. Klick.

Nun veröffentlichte die UNO einen weiteren Bericht, der zusammengefassten Reaktionen von Regierungen und NGOs darstellt.

Der Bericht ist hier abrufbar. Klick.

Besonders interessant in dem Bericht sind unter anderem die Pläne, das Umweltprogramm der UNO – UNEP zu einer eigenständigen Umweltorganisation auszubauen, der UNEO, sowie die Schaffung eine Umweltgerichtshofes.

Trotz der sicher nicht ganz einfachen Vorzeichen, auch mit Blick auf die wirtschaftlichen Herausforderungen vieler Länder im Zuge der Finanzkrise, macht der Blick auf die Vorbereitungen auf Rio 2012 jedoch ganz klar, dass das Thema Nachhaltigkeit in den nächsten Jahren die Politik und damit auch die Wirtschaft in höchstem Maße die Agenda bestimmen wird.

Es wird sicher noch sehr viel Detail- und auch Überzeugungsarbeit kosten die Vorteile und Chancen eines nachhaltigeren Wirtschaftkonzeptes zu vermitteln, doch diese Aufgabe betrifft bei weitem nicht nur die Schwellenländer.

Auch in den Industriestaaten und Ihren Unternehmen ist keineswegs das Thema Nachhaltigkeit im der gesamten Wertschöpfungskette angekommen. Auch wir werden noch viele Jahre der Überzeugungsarbeit brauchen, doch die Industriestaaten sind gut beraten, hier Ihren gewissen Vorsprung zu nutzen. Zum einen, weil dieser Prozess Vorbilder braucht, u.a. auch für die skeptischen bzw. ängstlichen Staaten, aber auch weil Sie das Innovationspotenzial dieser Länder, insbesondere der BRIC-Staaten nicht unterschätzen sollten. Diese könnten Ihnen vielleicht mehr als heute ersichtlich ist, in Zukunft hier spürbar Konkurrenz machen und den Druck in entgegengesetzte Richtung zurückgeben.

Das Gute dabei – der Prozess zu einer nachhaltiger orientierten Lebens- und Arbeitsweise kann dabei der Gewinner sein, auch wenn diese Möglichkeit bei weitem keine Gewissheit ist. Wir dürfen gespannt sein, auf die weitere Diskussion.

Was ist Ihre Meinung? Befürchten die Entwicklungsländer zu Recht eine Benachteiligung und negative Auswirkungen auf Ihre Wirtschaftsentwicklung? Was halten Sie von den Plänen der UNO? Wie wird sich der Prozess insgesamt auf unsere Wirtschaft auswirken?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare

Herzlichst

Riccardo Wagner

Weitere Infos: http://www.uncsd2012.org/ und http://www.earthsummit2012.org

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Über Riccardo Wagner

Riccardo Wagner ist geschäftsführender Gesellschafter bei BetterRelations - CSR Strategy & Communications. Wir bieten unabhängige Beratung & Projektmanagement für Unternehmen und Agenturen für Strategie, Unternehmenskommunikation und Medienproduktion, mit einem Schwerpunkt in den Bereichen CSR/Nachhaltigkeit & Charity.

1 Antwort zu “Profitieren nur reiche Länder von Nachhaltigkeit?”

  1. Nachtrag : Die Zeitung “The Guardian” widmet sich in ihrer heutigen Onlineausgabe dem UN- Generalsekretär. Hintergrund ist, dass sich Ban aus den Klimaverhandlungen zurückziehen wird, um sich weniger dem “grossen Wurf” eines Klimaabkommen zu widmen, welches er in absehbarer Zeit für nicht wahrscheinlich hält. Stattdessen konzentriert er sich fortan mehr auf die Themen Green Economy und Sustainability, in Vorbereitung auf Rio 2012. Auf diesem Feld sieht er unmittelbarere Fortschritte und positive Entwicklungen.

    Was halten Sie davon? Richtige Entscheidung?

    http://www.guardian.co.uk/environment/2011/jan/27/ban-ki-moon-un-climate-change-talks?intcmp=122

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